Cup 2017: ASK Ebreichsdorf gegen Austria Wien

Wenn der Gegner mit dem Ball über das Spielfeld stürmt schwant dem einen oder anderen Fan Böses. „Zuwe“ schallte es von den Rängen. Die Aufforderung den Ballführenden anzugreifen und zu stoppen ist unmissverständlich. Ernst Happel, der heimische Vordenker des Pressing hätte seine Freude an solchen Fans gehabt.

Die Fans hatten auch sonst den einen oder anderen fachmenschlichen Kommentar parat: „Markic renn, a Liliputaner is schnölla als Du“, „bringt’s den Neichn“ (Stürmer), „Zugabe“ (nach Fehlschüssen des Gegners) und selbstkritischen Kommentaren wie „noch drei Bier hab i’hn scho drinn g’sehn“. Auch Klassiker wie „Schiri, Du derfst zu unsara Weihnachtsfeier kumman“ (nach der roten Karte für einen trotz oranger Gewandung wenig buddhistischen Austrianer) zählten zum Reperoire.

Apropos Klamotten. Dass der ASK Ebreichsdorf als Heimmannschaft in seiner Vereinsfarbe Blau aufläuft ist klar. Unverständlich hingegen ist, dass ein Traditionsclub wie die Wiener Austria ihre „Corporate Identity“ völlig zu Hause lässt. Wenn sich die Vereinsführung schon keine Mühe gibt die Identität zu vergegenwärtigen, wie soll dann ein violetter Spirit auf den Platz kommen?

Entsprechend auch der Spielverlauf. Die Orangen spielten routiniert ihren Stiefel runter, doch der Regionalligist ASK begegnete den Wienern auf Augenhöhe. Letztere hatten zwar etwas mehr Spielanteile aber erschreckend wenig Torchancen und eine erbärmliche Qualität der wenigen Torschüsse. Es war definitiv nicht ersichtlich, welche der beiden Mannschaften nun international spielt. Dass die Austrianer dieses Cup-Spiel im Elferschießen doch noch für sich entscheiden konnten hatte mehr mit Glück als mit Leistung zu tun. Die Blauen skandierten laut und zu Recht: „Hier – regiert – der ASK“