Du hast keine Chance, aber nutze sie. (Achternbusch)

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Ungeschminkte Poesie

Es war  einer jener Musikabende, die lange im Gedächtnis bleiben werden. Alex Miksch versetzte das Cafe Industrie in einen musikalischen und emotionalen Ausnahmezustand.

Alex Miksch im Cafe Industrie

Miksch gewährte ironische Einblicke in seine Gefühlswelt, etwa mit seinem „Schokoladenjesus“ und berückte mit „An jeden is koit“, einem Text, der insbesondere in Zeiten der aktuellen Flüchtlingswelle zum Denken gibt, was auch für „Zaehnt Zsamm“ oder den „König der Kröten“ gilt. Doch auch die musikalische Blödelei („Da Feldhas“) und rockige Blues-Töne (Im Handgepäck den Wein) kamen nicht zu kurz. Ein klasser Abend.

Thessink & Molden am Spittelberg

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Blues erreicht mein Innerstes. Versetzt meine Gefühle in Schwingungen. Wenn sich Hans Thessink und Ernst Molden mit Ihren Gitarren unterhalten und das Leben besingen, dann merkt man, wie nah das am Genre Wienerlied sein kann. Es geht da wie dort um das Bummerl, das Hinterzimmer in der Vorstadt, das Spiel, den Alk und natürlich um das meist verlorene weibliche Glück. Melancholisch, schwermütig. Ich warte darauf, dass endlich ein Musiker kommt, der ebensolche russischen Werke ins Wienerische transponiert. Denn die wirken sich ähnlich auf mein Innenleben aus.

NACHTRAG:

Eben meldet orf.at die Ausbeutung ungarischer Saisonarbeiterinnen  von einem Gemüsebauern. Der Song zu diesem Thema stammt von Woody Guthrie, heißt „Pastures Of Plenty“, behandelt das Leid der Erntearbeiter im Kalifornien der 30er-Jahre und wurde von Molden unter dem Titel „Dei Tisch deckt mit allem“  ins Marchfeld verlagert. Vorgetragen:  Gestern.

Blues erzählt Leidensgeschichten.
Leid gibt es überall
Alles ist Blues

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