Flying Sufi

Du hast keine Chance, aber nutze sie. (Achternbusch)

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Die Strottern & die Riemergasse Nr. 11

Tradition ist ein Tummelplatz für Interpreten. Kulturelle Verniedlicher sind da genauso am Werk wie politische Instrumentalisierer. Will man diese weich gezeichnete Wirklichkeit sinnlich und hirnlich hinterfragen, dann lohnt ein Besuch der Strottern allemal. Diesmal in künstlerisch überzeugendem Zusammenspiel mit der JazzWerkstatt Wien. Politisch engagiert (etwa mit Antikriegsliedern von Soldaten aus dem Krieg)  und poetisch allemal (u.a. mit der Vertonung der Wiener Lyrik eines Peter Ahorner). Sanft begonnen und zum Furiosum gesteigert. Ein klasse Abend im Porgy & Bess

Dieser Veranstaltungsort entlockt mir immer ein breites Grinsen. War hier in der Riemergasse Nr. 11 doch einst das legendäre „Rondell„, das „Erste Wiener Raucherkino“. Dass man dort rauchen konnte, war in jener Zeit, in der auch die Club-2-Diskutanten im ORF noch rauchten, nichts Besonderes. Das Außergewöhnliche war, neben der Kaffeehaus-Bestuhlung, die Bedienung: die Damen kamen „oben ohne„. Da habe ich mich als pubertierender Jüngling mit gefälschtem Schülerausweis und allen zusammen gekratzten Schillingen hinein geschummelt, einen Gin Tonic bestellt und ich habe mich wirklich sich sehr, sehr erwachsen gefühlt.

Sinnliche Feiertage & ein prickelndes Jahr 2018

Ich wünsche Euch erquickliche Feiertage, einen beschwingten Jahreswechsel und ein gesundes und erlebnisreiches Jahr 2018 mit ausschließlich angenehmen und dennoch inspirierenden Menschen.

Mangels Pixel-Epos muss heuer ein Moment herhalten, den Sabina aus schräger (innerer ?) Haltung heraus abgelichtet hat. Als tiefgläubiger Atheist eigne ich mich nicht so sehr zum Weihnachtsmann, weswegen ich das Sujet ein klein wenig in eine andere Geisteswelt verlagern musste.

Rare Friends

Manchmal muss es „Dezentral“ sein um seine innere Mitte zu finden. Zusammen mit Rare Friends klappt das auch.

Vor der Pause brillierten Rare Friends & Harald Pesata teils abwechselnd teils zusammen. Harald liefert eigene Texte auf Augenhöhe mit der Realität und mit den Gefühlen von Menschen, die sonst nicht im Rampenlicht stehen. Gnadenlos direkt in Sprache und Inhalt, präzise im Timing und dem Setzen der Akzente, und mit einer Präsenz auf der Bühne, die niemanden unberührt lässt. Rare Friends wiederum führen einen mit ihrem dunklen Rock auf die G’stettn menschlicher Existenz. Michael „Sprossi“ Spreitzer’s Stimme erinnert dabei mitunter an Anthony McKay von Exuma, wenn er den Mephistopheles besingt oder an Tom Waits, nach einer besonders tiefen Nacht. Zudem verwöhnen er und Cora mit nuancierter Gitarren- und Bass- Line.

Der zweite Teil des Abends bot mit dem AleXXX Miksch Trio nicht den fetzigen Rock früherer Sessions sondern bluesig-lyrische Hausmusik as its best. Zwei Gitarristen und ein Bassgeiger mit sicht- und spürbarer Freude an ihrer Arbeit. Es groovt, schwingt und rockt in perfekter musikalischer Eintracht. Nahezu unplugged. Bühnen-Augenblicke, über die man geneigt ist ganz altmodisch zu sagen: Verweile doch, du bist so schön.

So muss Arbeit.

Erörterung neuer Pläne, Ideen plus der wirklich wichtigen Themen des Lebens.

Sehr nettes und kulinarisch ansprechendes „Meeting“ mit meinem Ex-Chef, meiner Chefin in Spe und unserer fast fertig ausgebildeten Rettungssanitäterin. Stichwort: Betreutes Arbeiten.

Klassenkampf auf Augenhöhe

Cup 2017: ASK Ebreichsdorf gegen Austria Wien

Wenn der Gegner mit dem Ball über das Spielfeld stürmt schwant dem einen oder anderen Fan Böses. „Zuwe“ schallte es von den Rängen. Die Aufforderung den Ballführenden anzugreifen und zu stoppen ist unmissverständlich. Ernst Happel, der heimische Vordenker des Pressing hätte seine Freude an solchen Fans gehabt.

Die Fans hatten auch sonst den einen oder anderen fachmenschlichen Kommentar parat: „Markic renn, a Liliputaner is schnölla als Du“, „bringt’s den Neichn“ (Stürmer), „Zugabe“ (nach Fehlschüssen des Gegners) und selbstkritischen Kommentaren wie „noch drei Bier hab i’hn scho drinn g’sehn“. Auch Klassiker wie „Schiri, Du derfst zu unsara Weihnachtsfeier kumman“ (nach der roten Karte für einen trotz oranger Gewandung wenig buddhistischen Austrianer) zählten zum Reperoire.

Apropos Klamotten. Dass der ASK Ebreichsdorf als Heimmannschaft in seiner Vereinsfarbe Blau aufläuft ist klar. Unverständlich hingegen ist, dass ein Traditionsclub wie die Wiener Austria ihre „Corporate Identity“ völlig zu Hause lässt. Wenn sich die Vereinsführung schon keine Mühe gibt die Identität zu vergegenwärtigen, wie soll dann ein violetter Spirit auf den Platz kommen?

Entsprechend auch der Spielverlauf. Die Orangen spielten routiniert ihren Stiefel runter, doch der Regionalligist ASK begegnete den Wienern auf Augenhöhe. Letztere hatten zwar etwas mehr Spielanteile aber erschreckend wenig Torchancen und eine erbärmliche Qualität der wenigen Torschüsse. Es war definitiv nicht ersichtlich, welche der beiden Mannschaften nun international spielt. Dass die Austrianer dieses Cup-Spiel im Elferschießen doch noch für sich entscheiden konnten hatte mehr mit Glück als mit Leistung zu tun. Die Blauen skandierten laut und zu Recht: „Hier – regiert – der ASK“

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