Du hast keine Chance, aber nutze sie. (Achternbusch)

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Rites de passage

Ethnologen kennen den Begriff der „rites de passage“, Übergangsriten, die vor allem in weniger industrialisierten Gesellschaften den Übergang von einem sozialen Status in einen andern für die Gemeinschaft nachvollziehbar machen. Auch bei uns gibt’s das noch. Stichwort: Sponsionsfeiern.

Offenkundig benötigen vor allem die Anverwandten ein soziales Ereignis, bei dem sie ihren Erfolg abfeiern können. Das haben sie sich auch redlich verdient. Über die Form kann man streiten.

So geschehen auch heute beim jungen Herrn. Mission erfüllt. Jetzt kann er sich entspannt zurücklehnen, die Arme ausbreiten und den Spirit der Welt auf sich wirken lassen. Alles was jetzt folgt sollte aus  Begeisterung und innerer Überzeugung geschehen. Ich wünsche ein erfülltes Berufsleben.

Die Strottern & die Riemergasse Nr. 11

Tradition ist ein Tummelplatz für Interpreten. Kulturelle Verniedlicher sind da genauso am Werk wie politische Instrumentalisierer. Will man diese weich gezeichnete Wirklichkeit sinnlich und hirnlich hinterfragen, dann lohnt ein Besuch der Strottern allemal. Diesmal in künstlerisch überzeugendem Zusammenspiel mit der JazzWerkstatt Wien. Politisch engagiert (etwa mit Antikriegsliedern von Soldaten aus dem Krieg)  und poetisch allemal (u.a. mit der Vertonung der Wiener Lyrik eines Peter Ahorner). Sanft begonnen und zum Furiosum gesteigert. Ein klasse Abend im Porgy & Bess

Dieser Veranstaltungsort entlockt mir immer ein breites Grinsen. War hier in der Riemergasse Nr. 11 doch einst das legendäre „Rondell„, das „Erste Wiener Raucherkino“. Dass man dort rauchen konnte, war in jener Zeit, in der auch die Club-2-Diskutanten im ORF noch rauchten, nichts Besonderes. Das Außergewöhnliche war, neben der Kaffeehaus-Bestuhlung, die Bedienung: die Damen kamen „oben ohne„. Da habe ich mich als pubertierender Jüngling mit gefälschtem Schülerausweis und allen zusammen gekratzten Schillingen hinein geschummelt, einen Gin Tonic bestellt und ich habe mich wirklich sich sehr, sehr erwachsen gefühlt.

Rare Friends

Manchmal muss es „Dezentral“ sein um seine innere Mitte zu finden. Zusammen mit Rare Friends klappt das auch.

Vor der Pause brillierten Rare Friends & Harald Pesata teils abwechselnd teils zusammen. Harald liefert eigene Texte auf Augenhöhe mit der Realität und mit den Gefühlen von Menschen, die sonst nicht im Rampenlicht stehen. Gnadenlos direkt in Sprache und Inhalt, präzise im Timing und dem Setzen der Akzente, und mit einer Präsenz auf der Bühne, die niemanden unberührt lässt. Rare Friends wiederum führen einen mit ihrem dunklen Rock auf die G’stettn menschlicher Existenz. Michael „Sprossi“ Spreitzer’s Stimme erinnert dabei mitunter an Anthony McKay von Exuma, wenn er den Mephistopheles besingt oder an Tom Waits, nach einer besonders tiefen Nacht. Zudem verwöhnen er und Cora mit nuancierter Gitarren- und Bass- Line.

Der zweite Teil des Abends bot mit dem AleXXX Miksch Trio nicht den fetzigen Rock früherer Sessions sondern bluesig-lyrische Hausmusik as its best. Zwei Gitarristen und ein Bassgeiger mit sicht- und spürbarer Freude an ihrer Arbeit. Es groovt, schwingt und rockt in perfekter musikalischer Eintracht. Nahezu unplugged. Bühnen-Augenblicke, über die man geneigt ist ganz altmodisch zu sagen: Verweile doch, du bist so schön.

Literarische Weihnachtstrauma-Therapie

Die Szene Margareten lud ins Perchtenstüberl. Zur Weihnachtsfeier der anderen Art. Die Art war Kunst und mitunter unartig.  Thema, no na ….

Lesung im Perchtenstüberl in Wien Margareten.

Die literarischen Perchten waren teils schön, teils schiach, es gab aber auch die außerirdischen der Andrea Sturm, die sich ihren eigenen kulturellen Reim auf das menschliche Weihnachtsgeschehen machten. Eines war aber allen gemeinsam. Sie waren großartig gearbeitet, von den Künstlern gekonnt performiert und sie wurden von den Gästen mit Wonne & Schauern rezipiert.

Traumhaft schön & kunstvoll verwoben

Es war ein opulentes Fest für die Sinne.  Unser Freund Wilfried Stanzer zelebrierte wieder die von ihm initiierte moderne marokkanische Teppichkunst des Hohen Atlas. in der Ausstellung „Museum trägt bunt“ im Technischen EisenbahnMuseum Lieboch. Sie bot eine formidable Bühne für die Vernissage-Performance „Traumbunt verwoben“ von Andrea Sturm & Michaela Benyr. Sowohl die Texte als auch die Musik begeisterten das Publikum.

Musik & Literatur: Andrea Sturm & Michaela Benyr "Traumbunt verwoben"

Über die Fülle des Farbrausches und der Exponate kann man sich hier ein paar Bilder machen:

2016:  „Traumbunt verwoben“

Doch auch das herzliche private Zusammensein abseits der öffentlichen Inszenierung war Wellness für die Seele. Dass es uns Mitte November auch vergönnt war im Freien zu frühstücken passte perfekt zu dem insgesamt äußerst stimmungsvollen Wochenende.

Seelen-Wellness im Hause Stanzer

 

Air Power 2016

So gefällt mir Air Power: Shuttle-Flug mit dem Black Hawk von Wien nach Zeltweg. PK mit dem Herrn Minister. Entspannte Flugvorführung für die Medien. Flug zurück. Eng aber relaxed.

Foto-Collage zur Pressereise AirPower 2016

Interessanter Aspekt: AirPower nicht nur als einen der größten Flug-Events Europas mit rund 300.000 Besuchern zu verstehen, sondern als Manöver von 3000 Militärs mit 1000 Zivilisten (in Zeiten erhöhter Anschlagsgefahr bei Großveranstaltungen).

Ich ziehe den Hut und mich zurück:  auf den Manöver-Schluck.

Verdammt viel nette Leut …

Sabinas 30er in Kombi mit vorgezogener Abrißparty. Die gesellige Scheune soll einer seriösen (?) bürgerlichen (?) Existenz weichen.

Sabinas 30er - Kollage

Herzliche Menschen, mit denen man wunderbar bis in die frühen Morgenstunden feiern, diskutieren und Quatsch machen kann. Schön war’s.

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